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„Mit dem Zelt durch die Zeit!“

war das Motto dieses Zeltlagers in Heimbuchenthal. Ganz ohne Zeitmaschine ging es aber erst mal mit dem Bus durch den Spessart, wo die Lagerleiter die knapp 60 Kinder und Jugendlichen auf dem Zeltplatz bereits ungeduldig erwarteten.

Nachdem die Zelte bezogen und der Lagerplatz neugierig erkundet worden war, konnte das Projekt Zeitreise gestartet werden: Sieben verschiedene Teams wurden durch das Gruppensuchspiel gebildet, diese sollten die verschiedenen Anforderungen und Gefahren auf ihrer Reise durch die Zeit besten.

So ging es am Dienstag nach dem Stadtspiel von der Gegenwart gleich ganz zurück zu den Wurzeln der Menschheit. Jede Gruppe musste beim Spiel der Völker eine eigene Zivilisation errichten, indem sie eine eigene Religion, Riten und Werkzeuge entwickelte. Wieder in die Gegenwart zurückgeholt konnte man beim Zeitlagerquiz sein Wissen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unter Beweis stellen.

Am Mittwochmorgen wandelte man nach dem obligatorischen Frühsport bei der Schatzsuche auf den Spuren Frodo Beutlins und seiner Gefährten. Hierbei galt es, mit Klugheit und Geschick, z.B. im Armbrust- und Bogenschießen, den Ring sicher durch die Zeit zu bringen.
Eine Auszeit von den Zeitreisen ermöglichte der freie Nachmittag. Jeder konnte seinen Interessen nachgehen, sich beim Basteln, Malen und Werken kreativ betätigen oder sich beim Fußball, Federball und Wasserflaschenspiel austoben. Bei hochsommerlichen Temperaturen sorgte gerade das Wasserflaschenspiel für viel Spaß und vor allem erfrischende Abkühlung, weil das Spiel immer in einer regelrechten Wasserschlacht endete. Erfrischt von dieser kollektiven Dusche, nach der auch mancher Lagerleiter wie ein begossener Pudel aussah, ließ man es sich bei einer schmackhaften Brotzeit gut gehen. Wie jeden Abend wurde der Sommer anschließend auch musikalisch am Lagerfeuer gefeiert: „Jetzt ist mal wieder richtig Sommer!“ tönte es laut in die Nacht und „Dass wir aus Hebboch sind“, wusste nach dem gleichnamigen Lied sicher jedes Kind in Heimbuchenthal.
Da sich aber Frankenstein und Co. durch unseren Gesang nicht hatten beeindrucken lassen, wurden bei einer kleinen Nachtwanderung alle finsteren Gestalten der Nacht (möglicherweise durch das bedrohliche Zähneklappern mancher Teilnehmer) endgültig in die Flucht geschlagen.

Als am Donnerstag alle ausgeschlafen und sich von den Anstrengungen der vergangenen Nacht erholt hatten, stand nachmittags die Lager-Olympiade auf dem Programm, welche die Gruppen auf eine Reise zu den Ägyptern, Galliern, Rittern und Seefahrern schickte. Einen schönen Abschluss dieses Tages bildete der Gottesdienst mit dem Großostheimer Pfarrer Uwe Nimbler.

Viel Spaß und Spannung boten am Freitag das Bibelspiel und das Zahlenspiel, ehe die letzte Nacht noch einmal richtig turbulent werden sollte. Zunächst sorgte das Zeltlagergericht für ausgelassene Heiterkeit bei den nicht angeklagten Zuschauern, danach mussten gleich zwei Lagerüberfälle abgewehrt werden, bevor schließlich alle todmüde in ihre Schlafsäcke kriechen konnten.

Als es am Samstag ans Packen, Abbauen und Verladen ging, war den meisten, nun müden Zeitreisenden doch ein wenig wehmütig zumute, weil die schöne Zeit wie im Flug vergangen war. Auch als Zeitreisende kennen wir die Zukunft nicht, aber bei der Verabschiedung haben wir uns alle gewünscht:
„Gute Zeit, bis zum Zeltlager 2004!“

gez. Dominik Himsel