„Servus – Auf geht's ins Indianerlager!“
Dieser Aufforderung kamen 45 große und kleine Indianer nach, als sie am Montagnachmittag ihre Tipis im heimischen Böhnerland abbrachen und ins Abenteuer-Indianerlager bei Waldamorbach übersiedelten.
Dort luden die große Wiese mit Fußballtoren und der angrenzende Wald schon zu vielfältigen Aktivitäten ein. Nachdem das Gepäck in die Zelte geräumt war, wurden durch das Gruppensuchspiel sechs verschiedene Indianerstämme gebildet, die in den folgenden Tagen bei den Spielen miteinander um den Gruppensieg wetteifern sollten.
So stand am Dienstagmorgen nach dem allmorgendlichen Frühsport „Die Grundausbildung“, ein „Schnellkurs für Indianer“ in Form einer Lagerolympiade auf dem Programm: Kriegsbemalung auftragen, Federschmuck basteln, Verständigung mit der Zeichensprache oder Tomahawk-Zielwerfen. Dieses und mehr musste unter Beweis gestellt werden. Sollte irgendwer nach diesem Morgen noch kein komplett ausgebildeter Indianer gewesen sein, so kehrte er spätestens nach dem Stadtspiel, das nachmittags bei stechender Sonne und brütender Hitze stattfand, buchstäblich als Rothaut ins Lager zurück.
Nach der Schatzsuche am Mittwochmorgen war nachmittags handwerkliches Geschick und Kreativität gefragt, als es darum ging, Marterpfähle und Hütten zu bauen und einen Indianertanz vorzuführen. Waren hierbei sicher alle ins Schwitzen gekommen, so sorgte die kommende Nacht für Abkühlung, als beim Nachtspiel einigen bei der Begegnung mit sterbenden Indianern, Medizinmännern und bösen Geistern so mancher eiskalter Schauer über den Rücken lief.
Nach den Aufregungen und Anstrengungen der vergangenen Tage kam der Gammeltag am Donnerstag gerade recht. Jeder konnte so lange wie er wollte ausschlafen und nach Belieben seinen Interessen nachgehen. Die einen tobten sich beim Fußball, Federball, Softball oder Wasserflaschenspiel aus, die anderen nahmen die Workshopangebote wahr und bauten Pfeil und Bogen, machten Traumfänger oder knüpften Armbänder. Einen schönen Abschluss dieses Tages bildete der Lagergottesdienst mit Jugendseelsorger Stefan Eschenbacher.
Viel Spaß und Spannung boten am Freitag das Zahlenspiel, das Bibelspiel und das Zeltlagerquiz, ehe die letzte Nacht noch einmal richtig turbulent werden sollte. Zunächst sorgte das Savannengericht für Angst und Schrecken bei den Angeklagten und ausgelassene Heiterkeit bei den übrigen Zuschauern, dann überraschten die Teilnehmer die Lagerleitung mit selbst gedichteten und vorgesungenen Liedern, in denen sie oft verblüffend treffend die Lagerleiter charakterisierten oder humorvoll kritisierten. Nach Mitternacht wurde schließlich das ganze Lager noch einmal in Aufregung versetzt, als ein Lagerüberfall abgewehrt werden musste.
Als es am Samstag ans Packen, Abbauen und Verladen ging, war den meisten, nun müden Kriegern doch ein wenig wehmütig zumute, weil die schöne Zeit wie im Flug vergangen war. Bei der Verabschiedung stand für uns alle aber fest:
„Servus – bis zum Zeltlager 2003!“
gez. Dominik Himsel